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Allgemeine
Informationen zum Ultraschall (Sonographie) in der Schwangerschaft
Ultraschall ist das am häufigsten angewandte bildgebende Verfahren in der Medizin. Dabei werden Schallwellen benutzt, die weit oberhalb der für das menschliche Ohr hörbaren Frequenzen liegen. Üblicherweise liegen die im medizinischen Bereich verwendeten Frequenzen bei 3 bis 15 MHz (Megahertz).
Die Ultraschalluntersuchung zählt zu den nicht invasiven
Diagnostikverfahren. Bei der Untersuchung finden für
die Schwangere und für das ungeborene Kind (Fetus) keine
körperlichen Verletzungen statt. Nach heutigem Kenntnisstand
sind mit der Anwendung des diagnostischen Ultraschalls keine
relevanten Nebenwirkungen verbunden.
Die Ultraschalluntersuchung ist die wesentlichste Methode,
um Informationen über Gesundheitsstörungen des ungeborenen
Kindes (Fetus, Fet) und der Schwangeren zu erhalten.
Bei den meisten Ungeborenen werden keine Gesundheitsstörungen
oder Fehlbildungen diagnostiziert und somit mögliche
Ängste der Schwangeren oder ihres Partners zerstreut.
Trotzdem ist statistisch mit einer behandlungsbedürftigen
angeborenen Erkrankung bei ca. jeder 16-17ten Schwangeren
zu rechnen.
Fehlbildungen treten zumeist sporadisch auf. Das bedeutet,
dass prinzipiell jede Schwangere mit einem solchen Problem
konfrontiert werden kann - auch wenn in der Familie bisher
keine angeborenen Fehlbildungen auftraten. Leider ist auch
das gute oder schlechte Befinden der Schwangeren kein sicherer
Hinweis dafür, ob der Fetus gesund oder krank ist.
Es ist unser Anliegen, Gefährdungen des Feten zu erkennen,
eventuell notwendige Behandlungen vorzunehmen (z.B. Bluttransfusionen
des Feten) oder für das Ungeborene notwendige Maßnahmen
einzuleiten wie z.B. die Entscheidung über Geburtsort,
Geburtszeitpunkt oder Art der Entbindung (spontan oder operativ).
Erst die vorgeburtliche Diagnostik von schweren Fehlbildungen
(z.B. des Herzens oder des Zwerchfells) macht es möglich,
das Management der Geburt und die sofort nach der Geburt notwendigen
Maßnahmen und Therapien zu planen und zu organisieren.
Es bedarf dazu der Koordination mehrerer Fachdisziplinen, um
den betroffenen Kindern gute Chancen auf ein gesundes Leben
zu realisieren
Die meisten im Ultraschall erkennbaren fetalen Fehlbildungen
sind leichterer Art und behandelbar.
Leider sind auch unter Ausnutzung der neuesten Therapieverfahren
nicht alle angeborenen Krankheiten heilbar. Einige wenige
bleiben auch heute noch prognostisch ungünstig oder sind
mit dem Leben nicht vereinbar. In diesem Fall ergeben sich
für die Schwangere bzw. das Paar schwierige Entscheidungssituationen,
die manchmal auch die Entscheidung über das weitere Austragen
der Schwangerschaft oder für einen Schwangerschaftsabbruch
beinhalten können.
Insbesondere wenn schwere Fehlbildungen des Ungeborenen festgestellt
werden, können bei den betroffenen Paaren psychische
oder soziale Belastungen und Konflikte entstehen, die schwerwiegend
und anhaltend sein können. Das Wissen um eine schwere
Erkrankung des Kindes kann für die werdenden Eltern eine
erhebliche Bürde darstellen. Sollten Sie also Bedenken haben, sich einer solchen Situation eventuell nicht gewachsen zu fühlen, überdenken Sie vor Inanspruchnahme einer praenatalen Untersuchung Ihre Teilnahme noch einmal besonnen und gründlich. Die praenatalen Untersuchungen sind ein Angebot, aber keine Pflicht. Sie haben auch das Recht auf Nichtwissen, mit allen daraus resultierenden Vor- und Nachteilen. Im übrigen steht allen Schwangeren oder Paaren gemäß dem Schwangerenkonfliktgesetz eine psychosoziale Beratung im Konfliktfall als Rechtsanspruch offen. Eine Überweisung o.ä. ist dafür nicht notwendig. In allen Bundesländern und Regionen gibt es hierfür Schwangerenkonfliktberatungsstellen verschiedener Träger.
Welche Grenzen
hat die Ultraschalldiagnostik im Zusammenhang mit Praenataler
Diagnostik? Nach mehreren Studien zu diesem Thema kann in spezialisierten Zentren eine Entdeckungsrate von strukturellen (organisch-anatomischen) Fehlbildungen von 80-90 % erreicht werden. Nach Auswertung unserer eigenen Daten können wir diese Entdeckungsraten bestätigen. Das bedeutet, dass auch bei aller Sorgfalt und der Nutzung von High End Equipment sowie langjähriger Erfahrung auf dem Gebiet der praenatalen Diagnostik keine 100 %ige Erkennbarkeit erreicht wird. Die Ursachen liegen zum einen an den physikalischen Grenzen der Methode, die bei ungünstigen Ultraschallbedingungen wie dicken Bauchdecken, wenig Fruchtwasser, Narben nach Bauchoperationen oder einer ungünstigen Kindslage zusätzlich negativ beeinflusst werden können. Andererseits gehen auch nicht alle angeborenen Erkrankungen mit strukturellen Auffälligkeiten der Organe einher. Mit einer Ultraschalluntersuchung können z.B. Störungen wie das Down-Syndrom (Trisomie 21) oft vermutet werden. Allerdings gehen nicht alle Fälle von Chromosomenstörungen mit Organauffälligkeiten einher.
Die Funktion von Sinnesorganen wie Augen und Ohren sowie
die Intelligenz sind nicht beurteilbar. Weiterhin können
zu biochemischen Funktionen wie z.B. von Hormonen oder Enzymen
per Ultraschall keine Aussagen erfolgen.
Eine unauffällige Ultraschalluntersuchung ist also
keine Garantie für ein gesundes Kind.
Ultraschallfeindiagnostik
im ersten Schwangerschaftsdrittel:
I.Trimesterscreening (11.-14. Schwangerschaftswoche):
In dieser Phase können - je nach Ausmaß - schwere
Fehlbildungen der Arme und Beine, des Kopfes, Spaltbildungen
der Bauchwand oder der Wirbelsäule, Anomalien des Zwerchfells,
der Nieren, der Harnblase und Ödeme nachgewiesen werden.
Die Entdeckungsrate klinisch relevanter Fehlbildungen liegt
bei dieser Untersuchung nach unseren eigenen Daten bei ca. 80%.
Darüber hinaus führen wir in diesem Zusammenhang gezielt
eine frühe fetale Echokardiographie durch. Dadurch wird
es möglich, bereits in dieser frühen Phase der Schwangerschaft
eine Vielzahl schwerer Herzfehler zu erkennen.
Das First Trimester Screening wird mit der Nackentransparenzmessung
(NT-Diagnostik, Nackenfaltenmessung, Nackenmessung, Nackendicke,
Nuchal translucency) kombiniert. Die frühe Fehlbildungsdiagnostik
ist aber inhaltlich wesentlich umfangreicher, da hierbei nicht
ausschließlich nach Down-Syndrom-Hinweiszeichen, sondern
nach allen erkennbaren Fehlbildungen gesucht wird.
Bei Mehrlingsschwangerschaften werden über die Darstellung der Eihautverhältnisse monochoriale von dichorialen Zwillingen unterschieden. Das ist notwendig, da monochoriale Zwillinge deutlich erhöhte Risiken für Komplikationen aufweisen. Besonderes Augenmerk gilt hier der Möglichkeit eines Zwillings-Transfusionssyndroms (Feto-Fetales Transfusionssyndrom = FFTS). Ursache des FFTS ist eine Zufuhr von fetalem Blut des einen Zwillings zum anderen Zwilling durch gemeinsame, verbindende Blutgefäße. Das FFTS wird in ca. 15 % aller monochorialen Zwillingsschwangerschaften beobachtet. Wird eine monochoriale Zwillingsschwangerschaft nachgewiesen, sind weitere Ultraschallkontrollen im Abstand von ca. 10 Tagen indiziert.
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